Sicheres Radeln am Pauliberg

Der Pauliberg: Radfahren fühlt sich hier extrem gefährlich an

Eine Petition fordert jetzt einen Radweg auf der Radeburger Straße

Sie wollen von Hellerau in die Stadt radeln und Ihnen fehlen Zeit und Muße für die schönen, und nicht selten abenteuerlichen Wege durch den Hellersand? Dann haben Sie zwei Hauptachsen zur Wahl: die Königsbrücker und die Radeburger Straße. Beide Straßen haben jedoch eines gemeinsam: es gibt keine durchgehenden Radwege. Daran ändern auch gelegentlich vorhandene Fußwege mit Fahrrad-frei-Schildern nichts: Diese erlauben das Radfahren nur in Schrittgeschwindigkeit. Da kann man auch gleich zu Fuß gehen. Auch die schicke neue Beschilderung der Radrouten im Dresdner Norden hilft nur wenig, solange die Radfahrer keine sicheren Wege nutzen können.

Die Verkehrssituation hat sich für Radfahrer in den letzten Jahren verändert, nicht verbessert

Die Radeburger Straße wird an der Steigung zwischen Hechtstraße und Stauffenbergallee wegen des angrenzenden St. Pauli-Friedhofs auch Pauliberg genannt. Dort gab es vor 35 Jahren keinen Radweg, es hieß im Gestank der Trabant-Auspuffgase den Berg hinaufstrampeln. Heute sind es weniger stinkende, dafür wesentlich mehr Autos: 28 700 Kraftfahrzeuge pro Tag. An der gefährlichen Straßensituation hat sich nichts geändert!

Verbesserungsvorschlag an die Stadt: beidseitige Radfahrstreifen auf dem Pauliberg

Um dem schnellstens Abhilfe zu schaffen, gibt es nun eine Petition an die Stadt Dresden von der Arbeitsgemeinschaft „Nachhaltig mobil im Dresdner Norden“ gestartet. Die Petition fordert die baldige Schaffung von beidseitigen Radfahrstreifen. Diese Forderung kann mit geringem Aufwand umgesetzt werden, indem die Kfz-Fahrspuren in Richtung Norden von zwei auf eine Spur reduziert werden. Auf 12 Metern Straßenbreite finden dann neben zwei Fahrspuren in Regelbreite problemlos Radfahrstreifen mit mindestens je zwei Metern Breite Platz. Zur Neuaufteilung des Straßenraumes müssen lediglich bestehende Markierungen entfernt und neue Markierungen aufgebracht werden.

e-Petition gestartet

Wenn die Petition genügend Unterstützer findet und die zuständigen Behörden zum Handeln bringt – dann können die Radfahrer den Pauliberg bald gefahrlos befahren. Das wäre nicht zuletzt auch für viele Hellerauer Schüler eine gute Nachricht, die zum Auslagerungsstandort des Klotzscher Gymnasiums, zum Pestalozzi-Gymnasium oder zu anderen Schulen täglich den Pauliberg passieren müssen. (Bereits mehr als 920 Petitionsunterstützer am 8. Februar 2021). Ulrike K.

Hier der Link zur Petition:
http://Petition „sicheres Radfahren auf dem Pauliberg“

6 Comments

  1. Becky

    Wenn Radfahrer gern im Abgasdunst von langsam den Berg hochkriechenden LKWs und den sich dahinter stauenden PKWs den Berg hochstrampeln wollen, dann soll es so sein. Vielleicht sollte man dnn auch noch die Hansastraße mit Radwegen bestücken, wegen der Ausfahrten und Fussgänger. Dann zieht sich der Stau wenigstens bis in die Innenstadt. Vielleicht auch noch ein Radweg auf der Stauffenbergallee etc.? Oder generelle Radfahrervorfahr? Schon mal an die Folgen gedacht? Alles einspurig zu machen hat Staus zur Folge. Bei solch hohem Verkehrsaufkommen erst recht. Und mal ehrlich? Welcher Durchschittsradfahrer (ohne E-Bike) strampelt freiwillig da hoch? Also ich seh da äußerst selten mal welche ihr Rad hochschieben.
    Dresden: Bitte erst genau alle Vor – und Nachteile abwägen!!!!

    1. AG nachhaltig mobil

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben vollkommen recht: Kein Radfahrer und Fußgänger liebt es, sich im Abgasdunst und direkt neben Autos zu bewegen. Doch in Hinblick auf Radverbindungen in den Dresdner Norden gibt es leider aus unserer Sicht keine Alternativen zur Königsbrücker und Radeburger Straße. Beide Straßen weisen lückenhafte Radwege auf. Viele Menschen sind in Dresden aber vom Auto auf das Fahrrad für ihre Alltagswege umgestiegen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die Straßen entlastet, Verkehr und damit auch CO2 und Lärm vermeidet. Nun ist es an der Zeit die Radwegelücken zu schließen, damit Radfahren sicherer wird. Viele Arbeitgeber im Norden unterstützen unser Anliegen. Da der Straßenraum begrenzt ist, wird es Veränderungen für alle Verkehrsteilnehmer geben. Vielleicht haben Sie umsetzbare Ideen, wie der Radverkehr sicher in den Dresdner Norden geführt werden kann, ohne den motorisierten Verkehr zu beeinträchtigen. Teilen Sie uns diese doch bitte mit.

      Mit freundlichen Grüßen

      AG nachhaltig mobil

  2. Alexander

    Ich habe die Petition „unterschrieben“.
    Bergab geht’s gerade noch, da der Geschwindigkeitsunterschied Rad-Auto nicht so groß ist. (Bei der Wahl Schrittempo auf dem Fußweg vs. 50km/h auf der Straße fahre ich lieber auf der Straße.)
    Bergauf sehe ich den Hauptgewinn für einen Radweg: mehr Sicherheit bzw. kein umständlicher Seitenwechsel mit Schieben des Rades

    Eventuell ist in der Petition eine kleine Missverständlichkeit: Dort geschrieben: „… Dies bei gleichzeitig gestiegenem Radverkehrsanteil…“
    Heißt für mich ‚die 48%ige Zunahme der Unfälle mit Personenschaden ist in bezogen auf den ja gestiegenen Radverkehrsanteil geringer‘.

    Alles andere finde ich sehr fundiert dargestellt.

  3. Siegfried Bannack

    Hallo, m.E. sind die Wege entlang der Radeburger Straße relativ ausreichend, jedenfalls solange es noch viel gefährlichere Situationen gibt, z.B. die Königsbrücker Straße stadteinwärts (viel zu schmal und noch dazu einerseits mit hoher Bordkante und andererseits mit Geländer, was Sturzgefahr bedeutet. Und das bei einer Schnellstraße mit erlaubten 60 Kmh.
    In Klotzsche dürfen auf Hauptverkehrsstraßen Radfahrer zusammen mit Fußgängern auf schmalen, engen Fußwegen verkehren (Königsbrücker Landstraße), auf anderen, breiten Fußwegen dagegen nicht (Boltenhagener Straße und Travemünder Straße)! Wie vereinbart sich das?

    1. AG nachhaltig mobil

      Auf den Fusswegen darf man als Radfahrer am Pauli-Berg nicht fahren, die Fusswege sind nicht für den Radverkehr freigegeben. Bei Freigabe für den Radverkehr ist nur Schrittgeschwindigket für die Radfahrer erlaubt. Regelwidrige Nutzung eines Fussweges durch Radfahrer kostet den Radfahrer unter Umständen viel Geld.
      Die Freigabe eines Fussweges für den Radverkehr obliegt der Stadt , bzw. der entsprechenden Behörde und unterliegt strengen Regeln.

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